Palais im Großen Garten

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  Großer Garten mit Palais


Der Große Garten in Dresden ist die Grüne Lunge der Stadt – und heute ein Paradies für Skater, Spaziergänger, Erholung Suchende. Ab 1676 wurde der Garten einschließlich des darin stehenden Palais für den damaligen Kurprinzen Johann Georg IIl. angelegt. Denn der Hof brauchte Stätten für Lustbarkeiten, Jagden, Feste...
Mittendrin steht das Palais im Großen Garten, das ab 1709 für opulente, aufwändige Hoffeste genutzt wurde. Bei diesen Festen bekam jeder der (geladenen) Gäste innerhalb eines genau geplanten und einstudierten Festablaufes seinen genauen Platz zugewiesen, der die Stellung bei Hofe widerspiegelt. Ob der oder die Adelige nah beim Kurfürsten steht, welches Kostüm getragen wird, an welcher Tafel man seinen Platz zugewiesen bekommt - all das spiegelt den Rang wider. Unter August dem Starken war es Pflicht, an den Festen teilzunehmen und ein teures Kostüm zu tragen; Entschuldigungen wurden nicht akzeptiert, nur mit Krankmeldung vom Arzt.
Bekannt ist die „Bauernwirtschaft“ aus dem Jahr 1709: Anlass war der Besuch des dänischen Königs Friedrich IV., der Verbündeter im Krieg gegen Schweden werden sollte. August der Starke gab einen französischen, Friedrich einen norwegischen Bauern.
Die Hochzeit von Friedrich August ll. mit der Nichte Kaiser Karl Vl., Maria Josepha von Österreich im September 1719 dauerte insgesamt 4 Wochen. In dieser Zeit fanden mehrere sogenannte Planetenfeste statt (u.a. das Apollofest im Zwinger, das Marsfest auf dem Altmarkt) – und am 23. 9. das Venusfest im Großen Garten.
Hier in kurzen Stichworten der Ablauf des Tages:
VORMITTAGS fand ein sogenanntes Damenringrennen statt (Damen mit Lanze auf von Pferden gezogenen Wagen, die von Herren kutschiert wurden, mussten zwischen 2 Säulen aufgehängte Ringe treffen). Siegerin war Maria Josepha, die eine Haarnadel erhielt, die man heute im Grünen Gewölbe bewundern kann.
NACHMITTAGS gab es die Aufführung einer französischen Oper im Parktheater, die 5 Stunden (!) dauerte.
ABENDS endlich das ersehnte Bankett im Festsaal. Das war eine logistische Meisterleistung, da keine Küche im Palais war; alles musste zum Saal transportiert werden! Anschließend fuhr man mit Gondeln über den Teich zum gegenüberliegenden Venustempel (den es nicht mehr gibt). Hier fand ein Ball bis in die frühen Morgenstunden statt – natürlich mit Feuerwerk!

Großer Zeitsprung in die Gegenwart:
Nach den Bombenangriffen auf Dresden im Februar 1945 zählte man 217 Bombeneinschläge, überwiegend von Brandbomben – das Palais war völlig ausgebrannt. 1949/50 erfolgten erste Rekonstruktionsmaßnahmen zum Wiederaufbau des barocken Gebäudeensembles. Nach dem Ideenwettbewerb zur Umgestaltung des Großen Gartens zum Kulturpark 1951 entstanden Pioniereisenbahn, Puppentheater „Sonnenhäusl“ und Freilichtbühne „Junge Garde“. In den 80er Jahren begann die Dachrekonstruktion, die 1995 abgeschlossen war; die anschließende Fassadensanierung dauerte bis 2001. Seit 1996 erfolgt die Verwaltung durch die Sächsischen Schlösser, Burgen und Gärten. Der Förderverein Palais Großer Garten hat sich auf die Fahne geschrieben, den Festsaal des Palais im alten Glanz erstrahlen zu lassen – die vom Verein angebotenen Führungen dienen diesem Zweck. Unterstützt wird der Verein von der Bürgerstiftung Dresden – dort kann man sich für einen der ausgewählten Termine auch anmelden und Karten bestellen: 03 51 / 315 81 22.